Rückblick zur Online-Marketing-Konferenz eCommerce Expo & Messe TFM&A in Manchester: Multi-Channelling, Social Media & Location-based Marketing und die Chancen des globalen Marktes

Jun. 11, 2012 | von Sebastian Manhart

Sebastian Manhart – iCrossing

Die TFM&A (Technology for Marketing and Advertising) und eCommerce Expo, die am 30. Mai 2012 in Manchester stattfand (http://www.ecom-manchester.co.uk/), informierte ein ausgewähltes Publikum mit zahlreichen Talks von einflussreichen Persönlichkeiten sowie interessanten Messeständen der wichtigsten Akteure der UK-Online-Branche über die neusten Trends im digitalen Marketing.

In aller Munde war natürlich das Thema Multi-Channeling, das bis vor kurzem noch ein unbedeutendes Schattendasein führte. Mittlerweile beträgt der Anteil der durch Handys und Tablets generierten Sales in UK bereits 16% (lt. Neil McGowan, CIO von JD Williams). Im Jahr 2015 werden diese mobilen Endgeräte, Prognosen zufolge, sogar herkömmliche PCs und Laptops bei den Verkaufszahlen überholen.

Das Vereinigte Königreich ist mit 100 Milliarden Pfund Umsatz im Jahr und 8,3% Anteil am BIP der größte eCommerce-Markt der Welt (lt. Andrew McClelland, IMRG). Doch damit nicht genug: Prognosen zufolge sollen sich die Umsätze bis 2016 noch einmal verdreifachen. Ein Boom, der durch die dichte Ansammlung von Online-Unternehmen und die weite Verbreitung von Kreditzahlungen ermöglicht wird (Andrew McClelland, IMRG).

Handys und Tablets haben das Kaufverhalten der User maßgeblich verändert, was dazu geführt hat, dass sich Marken nun noch stärker mit den Vorlieben und Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher auseinandersetzen müssen und in ihre Marketing-Strategie vor allem location-based Services integrieren müssen. Brands müssen zunehmend darauf achten, dass sie nicht nur den eigentlichen Kaufakt fokussieren, sondern vor allem versuchen, die verschiedenen, von den Usern genutzten Medien und Endgeräte miteinander zu verbinden, um so das Einkaufserlebnis kreativ, ansprechend und effektiv zu gestalten.

Neben dem Thema Multi-Channeling war natürlich auch „Social Media“ ein wichtiger Schwerpunkt. Einstimmig war hier bei den Konferenzteilnehmern zu vernehmen, dass das Investment in diesen Bereich nicht automatisch mit einer Erhöhung der Verkaufszahlen einhergeht und die Wahl der verschiedenen Social-Media-Kanäle von den individuellen Anforderungen der einzelnen Marke abhängt. Als erfolgreiches Social-Media-Tool hat sich bei der Unternehmenskommunikation im Allgemeinen Twitter bewährt, da eine ausgebaute Präsenz auf dieser Plattform oft über die kurzzeitigen Erfolge der anderen Plattformen hinausgeht.

Facebook und Youtube schneiden im Vergleich schlechter ab, können jedoch sehr nützlich sein, wenn es darum geht, das Engagement der Nutzer mit der Marke zu fördern. Der Grund für das schlechte Abschneiden liegt darin, dass die User während des Socializens nicht in Kauflaune sind, sondern lieber mit einer Marke interagieren möchten. Dies sollte von den Unternehmen zur Kenntnis genommen und genutzt werden, da man auf diese Art und Weise mit relativ wenig Aufwand ein hohes Maß an Aufmerksamkeit seitens der User generieren kann.

In verschiedenen Sessions und auch am Rande der Konferenz wurde zudem ausgiebig über das Phänomen Pinterest und dessen Auswirkungen auf den europäischen Markt diskutiert. Hier war zu vernehmen, dass das digitale Pinnbrett vor allem kleinen Brands zu unerwarteter, häufig kurzzeitiger Bekanntheit verhelfen kann, die sich jedoch auch schnell in einen Mainstream-Hype verwandeln kann.

Abschließend wurde noch die Relevanz eines integrierten, globalen Online-Marktes erötert. Eine künftige Harmonisierung der Regelungen birgt für das eCommerce-Business zum einen die Gefahr, dass ausländische Unternehmen nationale Marktanteile übernehmen, andererseits kann dies auch als eine einzigartige Möglichkeit begriffen werden, neue Kunden im Ausland noch kosteneffizienter zu erreichen, um so seinen Einfluss- und Absatzbereich noch weiter auszubauen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass diese spannende Veranstaltung den Teilnehmern einen exklusiven, fundierten und umfangreichen Einblick in die britische eCommerce-Szene ermöglicht hat. In diesem dynamischen Markt werden Technologien erprobt und Trends gesetzt. Um Auswirkungen auf den deutschen Markt möglichst rechtzeitig abzuschätzen, kann es daher nur von Vorteil sein, sich umfassend auf Veranstaltungen wie diesen zu informieren. Besonders spannend schien mir persöhnlich die Entwicklung vom schlichten Kauf eines Produktes hin zu einem alles umfassenden, digitalen Einkaufserlebnisses, welches uns in Zukunft durch neue Medien und Technologien immer mehr begegnen wird.

Autor

Sebastian Manhart ist seit Mai 2010 Teil des internationalen iCrossing-Teams. In London stationiert, kümmert er sich vor allem um die Beobachtung des englischen Online-Marktes, welcher sich oftmals als avantgardistischer und impulsiver als der Deutsche darstellt. Zudem versucht Sebastian sein Wissen durch regelmäßige Besuche der zahlreichen Digital Marketing Events im Vereinigten Königreich zu erweitern. In unserem Blog hält er das deutsche Online-Marketing-Publikum über die neuesten Trends und Entwicklungen auf dem Laufenden.

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